Frau Winter herrschte und wirtschaftete, wie sie sollte, im Laufe von drei Monaten: Dezember, Januar und Februar. Waehrend dieser Zeit verwandelte sie sich aus eine junge Winterschoene erst in kalte Schneekoenigin, dann in gesetzte, graue Winteralte. Je naeher ging der Ende ihr Herrschaft zu, desto wurde Frau Winter duesterer und ungeselliger. In stolzer Einsamkeit ging sie ihre Besitze herum und seufzte immer kummervoller. Es war unerstaunlich. Die Waelder standen obdachlos, Leute beschaeftigen sich mit ihnen ganz nicht. Im Gegenteil, sich straflos fuehlend, wurden sie die Baeume schonunglos abholzen und die Waldbewohner – Tiere und Voegeln – vernichten.
Es wurde Maerz, aber Winter, in ihrem Eispalast sich abgeschlossen, dachte gar nicht Fruehling den Thron zu ueberlassen. Einmal ging Fruehling zu Besuch trotzkoepfiger Winter, so sie sogar Fruehling nicht ueber die Schwelle liess. Fruehling war gekraenkt und sie beschwerte sich bei Menschen ueber Winter. Sie kamen zu Winter und verneigten sich tief ihr zu Fuessen.
— Bitte, was willst du, Frau Winter, aber den Thron Fruehling ab. Ihr Zeit kam doch!
— Ich bin einverstanden, – nachgedacht, antwortete Winter. – Bringt ihre Gaben.
— Was wuenschest du, gnaedige Frau? – fragten Leute.
— Hahaha! – Winter lachte ihnen ins Gesicht, bedeckte sie mit Schnee. – Darauf sollt ihr doch selbst erraten.
Die Menschen zerbrachten sich ihre Koepfe und begannen dann Winter verschiedene Gaben zu tragen: Edelsteine, Pelze und Parfuems. Einmal trieb man ein Schneemoebil letztes Modells ein. Aber liess Winter gegen alles gleichgueltig – warf die Geschenke neben der Schwelle zusammen, sogar auf sie nicht geguckt.
Leute wurden verstimmt, aergerten sich ueber Winter und dann, sich miteinander riet, vornahmen Fruehling selbst zu veranstalten. Sie raeumten von der Schnee zuerst die Strassen der Stadt auf, danach – ein Feld ausserhalb der Stadt, und dann den Wald… Und als sie den Wald fon der Schnee reinigten, sahen sie, wir er arm und ungluecklich wurde, weil sie in ihm eine Haelfte Baeumen abholzten und eine Haelfte Tieren unf Voegeln auseinanderjagten. So schaemten sich die Menschen vor, dass sie anrichteten. «Wir sind selbst an allem schuld», – beschlossen Leute und, untroestlich seufzend, gingen sie nach Haeuser auseinander.
Und Morgen weckte warme Sonne sie aus der Schlafe. Die Menschen glaubten ihren Augen nicht. Ist est moeglich, dass zu ihnen Frueling wirklich kam? Sie waren gluecklich, liefen auf die Strasse hinaus, und wartete auf sie eine ganze Kraftwagenkolonne. In einen Lastautos waren Setzlinge den Baeumen, in anderen – Zwibeln und Saatgut, in dritten – ein Gartenwerkzeug, in vierten sassen Tiere und Voegeln und schauten vertrauensvoll auf die Menschen.
Zwei Frauen kommandierten die wunderbare Kolonne – eine war sehr junge Frau, mit rotem Kopftuch, und andere war schon bejahrte, aber immer noch kraeftige Alte, mit weissem Umschlagtuch. Die Frauen teilten unter den Menschen Schaufeln, Rechen, Setzlinge und Saatgut aus und machten sich den Wald freundschaftlich zu bepflanzen.
Wenn die Sonne in Zenit gang auf und mit neuer Kraft erwaermte, wurde alles abgeschlossen und verwandelte es sich unkenntlich. Der Wald wurde wieder dicht, und niemand hat mehr den Tieren und Voegeln nicht gedroht. Die Baeume schlagten aus, und bald bedeckte der Wald mit dem Flaum aus jungen Blaettern und zwitscherte mit hellen Stimmen Hunderten Voegeln.
— Fruehling! Frueling kam zu uns! – Leute fingen freudlich zu schreien und liefen schoener Frau mit rotem Kopftuch zu danken.
— Wofuer? – Fruehling laechelte zu. – Nicht mir, sondern Winter sollt ihr danken.
— Winter? – Die Menschen wunderten sich.
— Ja, Frau Winter dachte alles aus – tauschte ihre Geschenke gegen Setzlinge, Saatgut, Rechen und Schaufeln. Und rief zu euch auch Winter.
— Wo ist sie denn? – Die Menschen fragten.
— Als wahre Koenigin, Frau Winter ging weg, ohne sich zu verabschieden, – Wieder laechelte Fruehling zu. – Sie machte ihre Sache und ging weg. Aber versprach sie zurueckkehren, da ihre neue Frist kommt.
So ist weise Frau Winter.
Januar 2015
(с) Pavel Parfin
(с) Übersetzung ins Deutsche Alex Parfin